Literaturtipp: „Das Leben annehmen“ — So hilft die Akzeptanz – und Commitmenttherapie (ACT) von Matthias Wengenroth

Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie vertritt die gleichen Grundsätze wie die Verhaltenstherapie – nämlich dass psychische Probleme auf ungünstigen oder fehlenden Lernprozessen beruhen. Daraus resultiert, dass störende Verhaltensweisen auch wieder verlernt werden können und dafür erwünschte Verhaltensweisen neu erlernt werden können.
Ein Hauptmerkmal verhaltenstherapeutischer Verfahren ist, dass die Hilfe zur Selbsthilfe für den Patienten im Mittelpunkt steht. Nach der Reflexion der Ursachen von Problemen, werden dem Patienten konkrete Methoden nahegebracht, mit deren Hilfe er selbst in der Lage ist, seine Probleme zu überwinden.

Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie baut grundsätzlich auf folgenden Methoden auf:

Die Wahrnehmung der Gegenwart.
Dass die Gedanken abschweifen und man im Alltag oft über Ereignisse aus der Vergangenheit oder Zukunft grübelt, kennt wahrscheinlich so gut wie jeder. Mit dem Erlernen von Achtsamkeit, wird das eigene Erleben ins Hier und Jetzt zurückgeholt und eröffnet so die Möglichkeit aus dem Augenblick zu lernen.

Die Akzeptanz der Gedanken.
Natürlich geht es auch um das Erlernen von Akzeptanz. Im Kontext der ACT bedeutet das, Situationen, Gefühle und Gedanken zu akzeptieren, welche nicht zu ändern sind und keine weitere Energie an diese zu verschwenden.

Die Überwindung des Kategorien-Denkens.
Wir alle haben ein bestimmtes Bild von uns selbst, was auch bedeutet, dass wir uns selbst in Kategorien stecken. Diese Einschätzung geschieht automatisch, kann jedoch auch zu einem Nachteil werden, wenn sie uns davon abhält uns auszuprobieren und offen zu sein. Mit Hilfe der ACT wird versucht dieses Gefängnis des Kategorien-Denkens aufzubrechen.

Die Trennung von Gedanken und Handeln.
Unsere eigenen Gedanken können uns oft daran hindern, genau das zu erreichen, was wir eigentlich wollen. Vor allem negative Gedanken hemmen unser Verhalten. ACT unterstützt die aktive Trennung von Gedanken und Handeln, sodass problematische Gedanken weniger Macht über unser Verhalten haben.

Das Bestimmen von Werten.
Bei der ACT steht außerdem die Suche und die Festlegung auf die eigenen Werte im Mittelpunkt. Wenn wir unsere Werte konstant vertreten, geben sie unserem Handeln eine Richtung.

Ein Commitment eingehen.
Wenn man sich dafür entscheidet, diese Methoden anzunehmen und sie zur Überwindung seiner Probleme anzuwenden, ist der letzte Lernerfolg der ACT erfüllt, nämlich wieder ein Commitment einzugehen. Das bedeutet, ich nehme meine Entscheidungen ernst und sie sind für mich von großer Wichtigkeit.

Diese Methoden der Akzeptanz- und Commitmenttherapie werden auch in unserer Praxis angewandt und zielen darauf ab, dem Patienten wieder ein selbstbestimmtes Handeln zu ermöglichen und ein Leben nach seinen eigenen Wertvorstellungen zu führen.