Zwänge

Zwänge

Bei Zwangsstörungen wird zwischen den Formen Zwangsgedanken sowie Zwangshandlungen unterschieden. Zwangshandlungen wiederum gliedern sich in Berührungsvermeidungszwängen, besser bekannt als Waschzwänge, und Kontrollzwänge. Mischformen sind möglich.

Typische Zwangsgedanken haben oft einen aggressiven oder gesellschaftlich verpönten Inhalt. Sie werden von den Betroffenen als sehr belastend und im Alltag stark einschränkend erlebt.

Letztendlich geht es bei sämtlichen Zwängen darum, durch das Nachgeben für den Zwang Angst zu vermeiden bzw. zu lindern. Die Betroffenen erleben, wenn sie sich dem Zwang widersetzen wollen, zunächst ein stark unangenehmes Gefühl, nämlich Angst. Um diese Angst abzubauen, werden dann die Zwangshandlungen und individuellen Rituale ausgeführt bzw. es werden Dinge / Situationen/ Personen gemieden. Die Angst nimmt dann schnell wieder ab, jedoch nur kurzfristig, bis sie in der nächsten Situation wiederkommt.

Hier greift dann der verhaltenstherapeutische Behandlungsansatz: Der Patient konfrontiert sich schrittweise mit den angstauslösenden Bedingungen und lernt, die Angst zunächst auszuhalten, ohne die Zwänge auszuführen. Diese Übungen müssen oft durchgeführt werden, bis sich die Betroffenen an die neue Erfahrung gewöhnen. Dann sinkt automatisch auch der Angstlevel.

Doch eine wirksame Behandlung muss über die Symptomebene hinausgehen. Häufig haben Menschen mit Zwangsstörungen Beziehungsprobleme, Abnabelungsschwierigkeiten vom Elternhaus oder es fällt Ihnen schwer, sich abzugrenzen, ihre Meinung zu sagen und sich unabhängiger zu machen von gesellschaftlichen Zwängen. Diese Themen gilt es dann über Gespräche zu erörtern, um einen Perspektivenwechsel zu ermöglichen, durch den der Patient mehr Mut gewinnt, Dinge zu verändern.