Abhängigkeitsstörungen / Suchtprobleme

Abhängigkeitsstörungen / Suchtprobleme

Ein nicht seltenes Problem in der ambulanten Praxis ist der schädigende Gebrauch von Alkohol oder anderen Drogen. In bestimmten Fällen erreicht der Konsum ein sehr hohes Level, sodass man von Abhängigkeit sprechen kann. Folgende Kriterien sind relevant, um eine Abhängigkeitsstörung von Substanzen zu diagnostizieren:

  • Dosissteigerung : um eine bestimmte gewünschte Wirkung der Droge zu spüren, braucht man mit der Zeit eine immer höhere Dosis, geht einher mit Toleranz Entwicklung, s.u.
  • Toleranz : man verträgt höhere Dosen einer Substanz, der Organismus hat sich daran gewöhnt
  • Entzugserscheinungen, wenn man auf die Substanz verzichtet

Welcher Konsum ist normal? Hier scheiden sich bei den sog. illegalen Drogen die Geister. Was aber laut aktuellen wissenschaftlichen Studien feststeht, ist, dass Drogen wie beispielsweise THC oder Amphetamine die Entwicklung des Gehirns von Jugendlichen negativ beeinflussen. Letztendlich gibt es keinen risikofreien Konsum. Bezüglich Alkohol gelten folgende Empfehlungen: Männer sollen nicht mehr als 0,75 l Bier oder 0,375 l Wein am Tag trinken, Frauen nicht mehr als 0,5l Bier oder 0,25 l Wein am Tag. Diese Werte richten sich an gesunde Personen.

Wenn eine Abhängigkeitsstörung von Substanzen vorliegt, dann ist es wichtig für die Therapie, dass die Betroffenen auf diese Substanz verzichten wollen und dann auch tatsächlich auf sie verzichten. Oft ist in solchen Fällen eine medizinisch begleitete Entzugsbehandlung anzuraten, manchmal auch mit anschließender Rehabilitation, bis eine ambulante Therapie starten kann. Zudem empfehlen wir neben der ambulanten Psychotherapie auch den Besuch von Selbsthilfegruppen.

Informationen zu Selbsthilfegruppen finden Sie hier: Landesstelle Berlin für Suchtfragen e.V.: www.landesstelle-berlin.de/

Viele Betroffene leiden auch unter anderen psychischen Problemen, wie z. B. Ängsten oder Depressionen. Häufig wurden die Drogen konsumiert, um genau diese Gefühle der Traurigkeit und Angst nicht mehr zu spüren. Durch die Abstinenz kommen sie wieder hervor. In der Psychotherapie geht es zunächst um die Stabilisierung der Abstinenz, dann können die Betroffenen lernen, anders mit diesen belastenden Gefühlen umzugehen, um schließlich eine neue Perspektive für das Leben zu entwickeln.