Psychotherapie

Unter Psychotherapie versteht man unterschiedliche Verfahren, die wissenschaftlich fundiert sind und alle das Ziel haben, bestehende psychische Leiden zu heilen, zu mindern oder deren Wiederauftreten zu verhindern.

Unser ambulantes Psychotherapieangebot hilft u.a. bei

  • Depressionen
  • Ängsten und Phobien aller Art sowie Panikstörung
  • Zwängen
  • Posttraumatische Belastungsstörung und Anpassungsstörungen
  • Essstörungen
  • Abhängigkeitsstörungen / Suchtprobleme
  • Borderline und anderen Persönlichkeitsstörungen
  • ADHS

In der Eingangsphase wird eine genaue Anamnese erhoben und eine entsprechende Diagnostik durchgeführt. Anhand dieses Eingangsprozess überprüfen wir dann gemeinsam, welche Behandlung und welche Behandlungsdauer sinnvoll erscheinen. Gemeinsam schauen wir ebenso, wie Ihre individuellen Wünsche und Bedürfnisse aussehen. An diese passen wir in der Praxis unsere Arbeit an.

Folgende Therapiemethoden werden aktuell bei uns angeboten:

  • Verhaltenstherapie
  • Schematherapie
  • Lösungsorientierte Kurzzeittherapie
  • Therapie für Kinder und Jugendliche auf der Basis der Verhaltenstherapie
  • CBASP
  • Gestalttherapie
  • Paartherapie

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie hat sich als sehr effektiv erwiesen bei der Behandlung unterschiedlichster Probleme, wie z.B. Depressionen, Ängste, Zwänge, Essstörungen und Beziehungsstörungen.
In der Verhaltenstherapie geht es nicht nur darum, “am Verhalten zu arbeiten”- dies ist ein häufiges Vorurteil. Vielmehr geht es u.a. darum, zu überprüfen, inwieweit Einstellungen, wie z.B. „ich bin ein Versager” oder „ich muss alles perfekt machen” nützlich und zielführend sind und wie man sie verändern kann. Die Arbeit am Selbstwertgefühl und der allgemeinen inneren Haltung dem Leben gegenüber ist also zentral.

Dies geschieht mit verhaltenstherapeutischen Methoden, wie kognitive Umstrukturierung, Entspannungstechniken, Genusstrainings, positiver Selbstverbalisation u.v.m. Die dahinterstehende Philosophie lässt sich gut über die folgenden zwei Zitate des antiken griechischen Philosophen Epiktet beschreiben:

  • „Begehre nicht, dass das, was geschieht, nach Deinem Gutdünken geschehe, sondern halte es für gut, wie es geschieht, und Du wirst glücklich leben.”
  • „Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern unsere Einstellung zu den Dingen.”

Ein effektiver Ansatz in der Verhaltenstherapie ist ACT, die Akzeptanz- und Commitment- Therapie. Hier wird davon ausgegangen, dass ich einerseits meine Gefühle und Gedanken als solche akzeptieren muss und parallel meinen Lebenszielen und persönlichen Werten entsprechend handeln soll, wenn ich langfristig Ängste und Depressionen wirksam heilen möchte.

Schematherapie

Die Schematherapie nach J. Young ist ein integratives Verfahren, welches sowohl Aspekte aus der Verhaltenstherapie als auch Konzepte aus der tiefenpsychologisch fundierten Therapie sowie Methoden des Psychodramas vereint. Dieser Ansatz geht davon aus, dass es wichtig ist, eine Übereinstimmung zwischen Gedanken/ Kognitionen und Gefühlen herzustellen. Die meisten Probleme, die Menschen als Erwachsene haben, entstehen dadurch, dass aktuelle Geschehnisse so verarbeitet und gedeutet werden, wie früher in der Kindheit. Die Menschen fühlen sich dann allein, wie eingekapselt oder sind voller Wut oder Trauer. Viele haben in solchen Momenten das Gefühl, von niemandem verstanden zu werden. Diese Muster bzw. Lebensfallen gilt es zu identifizieren und aufzubrechen. Dies geschieht über Methoden wie kognitive Umstrukturierung, also dem Verändern ungünstiger, selbstschädigender Einstellungen und Interpretationen von der Welt sowie über Arbeit auf der emotionalen Ebene.
Dabei geht es darum, die verschiedenen inneren Modi, also die Art und Weise, in der wir Dinge erleben und verarbeiten, zu identifizieren und sinnvoll zu integrieren. Einige bekannte Modi sind z.B. das innere Kind, der gesunde Erwachsene, der innere Kritiker oder der distanzierte Beschützer.

Weiterführende Literatur : „Sein Leben neu erfinden“ von Young und Klosko, Reihe: Aktive Lebensgestaltung, Junfermann Verlag

Lösungsorientierte Kurzzeittherapie

Die lösungsorientierte Kurzzeittherapie wurde von Steve De Shazer und seinem Team konzipiert und stellte einen Paradigmenwechsel dar zu den anderen Therapieformen. De Shazer ging so weit zu sagen, dass er das Problem seines Klienten gar nicht gut kennen müsse, um mit ihm eine Lösung dafür zu erarbeiten. Und tatsächlich funktioniert diese Herangehensweise sehr gut bei vielfältigen Anliegen. Die Annahme dahinter ist, dass jeder Mensch ein gutes Wissen über sich selbst, seine Ziele und Pläne sowie der Problemlösung hat. Dieses Wissen kann manchmal aber verschüttet sein. Daher ist es Aufgabe der Therapie, den Klienten durch lösungsorientierte Fragen wieder an sein innewohnendes Wissen zu erinnern, sodass er dann die passenden Lösungen im Alltag umsetzen kann.

Paartherapie

Häufige Themen in der Paartherapie sind Kommunikationsprobleme, sexuelle Probleme, Verteilung der Haushaltsarbeit u.v.m. Letztendlich haben bereits viele frustrierende Diskussionen stattgefunden, bis das Paar den Weg in die psychotherapeutische Praxis findet. Paartherapie muss nicht unbedingt dazu führen, dass sich die Paarbeziehung stabilisiert. In manchen Fällen kann das Ergebnis auch sein, dass es besser für beide Partner wäre, wenn sie sich trennen.

Doch in den Fällen, in denen beide Partner sich für die Beziehung engagieren wollen und können, hat es sich als hilfreich erwiesen mit einer neutralen dritten Person die Kommunikationsstrukturen zu analysieren und zu verändern sowie neue Perspektiven und Wege zu entdecken.

In der Regel finden 5 bis 10 Termine mit dem Paar statt, meist in 2 bis 4- wöchigen Abständen. Die Kosten für Paartherapie werden nicht von den Krankenkassen übernommen.

Therapie für Kinder und Jugendliche

Die Therapie für Kinder und Jugendliche auf der Basis der Verhaltenstherapie erfolgt immer in enger Anbindung an die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten. Häufige Störungen des Kindesalters sind emotionale Probleme, Geschwisterrivalität, Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen (ADS und ADHS) sowie Ängste.

Im Jugendalter besteht die wichtige Aufgabe der Abnabelung und Individuation. Hierbei kann es zu emotionalen Problemen, Selbstwertproblemen, Identitätskrisen, Essstörungen, Drogenmissbrauch und Schulschwierigkeiten kommen. In der Therapie geht es zunächst darum, eine genaue Anamnese und Verhaltensanalyse zu machen, um darauf aufbauend Verhaltensalternativen zu erarbeiten. Dabei wird bei Kindern das gesamte familiäre Setting einbezogen.

Bei Jugendlichen liegt der Fokus weniger auf der Familie, da es hier vorrangig darum geht, den Individuationprozess zu fördern. Wichtig bei der Therapie mit Jugendlichen ist jedoch die Verbesserung der Kommunikation zu den Eltern und übrigen Familienmitgliedern, sodass auch hier -mit dem Einverständnis des Jugendlichen- gemeinsame Sitzungen stattfinden.

Wenn zudem Lernstörungen wie Rechenschwäche vorliegen, ist eine Lerntherapie indiziert. Wir kooperieren mit der Praxis für Lernkompetenz www.pfl-berlin.de. Frau Dipl. Psych. Yvonne Mengeringhaus ist dort Ihre kompetente Ansprechspartnerin.

Gruppentherapie

Die Gruppentherapie eignet sich wunderbar dazu, Probleme im sozialen Kontakt, wie z.B. Hemmungen, Blockaden, pathologische Schüchternheit, Persönlichkeitsstörungen und soziale Ängste wirksam zu behandeln. Gruppen eignen sich auch für Patienten mit Depressionen oder Essstörungen. Man kann viel von den Erfahrungen der anderen Gruppenteilnehmer lernen und sieht, dass man mit seinen Problemen nicht alleine dasteht. Die Gruppengröße kann variieren zwischen 4 bis maximal 8 Personen. Das therapeutische Konzept basiert auf verhaltenstherapeutische Methoden. Es werden unter anderem soziale Kompetenzen sowie neue, sinnvolle Strategien für den Alltag trainiert in einem sicheren therapeutischen Rahmen. Dies ist deshalb so wichtig, weil dieser Rahmen den nötigen Raum dafür schafft, neues Verhalten auszuprobieren ohne Angst haben zu müssen, dass der persönliche Alltag bei einem „Fehler“ durch negative Konsequenzen belastet werden kann.

CBASP

CBASP bedeutet auf Deutsch „kognitiv- verhaltensbezogenes Analyse- System der Psychotherapie“. Dieser Ansatz ist interpersonell und wurde ursprünglich zur Therapie von Patienten mit chronischer Depression entwickelt. Der Ansatz eignet sich sowohl für die Einzel- als auch für die Gruppentherapie. Darin wird davon ausgegangen, dass frühe negative Erfahrungen mit nahen Bezugspersonen wie Mutter, Vater, Bruder, Schwester etc. zu dysfunktionalen Prägungen geführt haben, die das Erleben, die sozialen Interaktionen und die allgemeine Sicht auf sich selbst und die Welt negativ beeinflussen und so zu Depressionen führen.

In der Therapie geht es zunächst darum, diese Prägungen bewusst zu machen und sie schließlich durch die Erfahrung über Interaktion in der Einzel- oder der Gruppentherapie zu korrigieren.

Bitte rechnen Sie 3 plus 3.