Blog

14.01.2016

Liebe Leserinnen und Leser,

Herzlich willkommen auf der Blogseite unserer Praxis! In diesem Blog möchte ich Sie über interessante und aktuelle Themen aus dem Bereich Psychologie und Psychotherapie informieren sowie über Momente, die mich als Therapeutin in meiner Arbeit beeindruckt haben.

Gerne können Sie mir per Mail Feedback oder Anregungen senden, ich freue mich über Ihr Interesse! 

Ihre Cristina Cretulescu

 

Stilles QiGong - Platz für Entspannung und neue Energie im Alltag

22.04.17

QiGong ist neben der Akupunktur eine der bekanntesten und ältesten traditionellen chinesischen Heilmethoden. Konkreter gesagt, handelt es sich um Energiearbeit. Beim klassischen QiGong wird mit körperlichen Bewegungen gearbeitet, im Gegensatz dazu konzentriert sich das stille QiGong ausschließlich auf den Einklang von Geist, Atmung und Energie, ohne den Einsatz von aktiver Bewegung. Eine achtsame Umsetzung des stillen Qi Gong kann ein fließender Übergang zu einer Meditation sein. Durch die reine Konzentration auf die eigene Lebensenergie werden belastende Gedanken ausgeblendet und Körper und Geist werden in einen Entspannungszustand versetzt, welcher zur langfristigen Gesundheit von Körper und Geist beitragen kann.
Die Energiearbeit ohne körperliche Bewegung hat den Vorteil, dass sie zu jedem Zeitpunkt, an jedem Ort praktiziert werden kann, sogar ganz unbemerkt von Außenstehenden. So kann das stille QiGong zum Beispiel am Arbeitsplatz, unterwegs im Bus, oder in jeglicher öffentlicher Situationen eine Hilfestellung sein, sich zu entspannen und neue Energie zu tanken.
Im Rahmen von Seminaren oder Schulungen lernen Interessierte beispielsweise sich auf das zu besinnen, was in ihrem Leben wirklich wichtig ist. Eines der Ziele ist es, die sogenannte eigene innere Mitte zu finden, sodass der Alltag gelassen und entspannt bewältigt werden kann und Stress im Grunde seine Bedeutung immer mehr verliert.
Typische Übungen aus dem stillen QiGong sind beispielsweise die bewusste Verlangsamung des Atemrhythmus oder die Visualisierung von positiven Bildern. Mit Hilfe solcher Übungen kann jeder lernen, seine Selbstwahrnehmung zu steigern und seine Empfindungen zu steuern. Wenn das stille QiGong regelmäßig praktiziert wird, kann man lernen, sich selbst zu beruhigen, wann immer es gewünscht ist. Im Alltag kann auf diese Weise deutlich besser mit Stress und anderen negativen Emotionen umgegangen werden, sodass sie weniger bis gar nicht mehr belastend wirken.
In unserer Praxis integriert Frau Sibylle Schawander das stille Qi Gong bei Bedarf in die Therapie.

Das Asperger-Syndrom — Was ist das Asperger-Syndrom? Wege zur Diagnose

14.03.17

Das Asperger-Syndrom ist eine Form des Autismus, es wird allerdings in der aktuellen Forschung nicht als eigenständige Abweichung, sondern als Teil des Autismusspektrums verstanden.

Am einfachsten versteht man das Asperger-Syndrom, wenn man es als die Beschreibung einer Person betrachtet, die die Welt anders als andere wahrnimmt und begreift.

Die Merkmale des Asperger-Syndroms sind bereits im Kindesalter erkennbar. Erwachsene, welche erst zu einem späteren Zeitpunkt eine Diagnose erhalten, berichten, dass sie bereits zum Zeitpunkt der Einschulung bemerkten, dass sie anders sind als andere.

Typisch für die Begegnung mit einem Betroffenen mit Asperger-Syndrom sind verschiedene Auffälligkeiten im Verhalten und in der Wahrnehmung des Betroffenen, welche sich gemeinsam betrachtet zum Erscheinungsbild des Asperger-Syndroms zusammensetzten.

Das Fehlen von sozialem Verständnis.
Dies beinhaltet das Desinteresse an sozialen Aktivitäten Gleichaltriger, mangelndes Einfühlungsvermögen, Probleme beim Verständnis komplexer Emotionen, wie beispielsweise Schuld, und das Unverständnis sozialer Regeln, beispielsweise auf dem Pausenhof oder im Klassenraum, aber auch später am Arbeitsplatz. Aufgrund dieses Verhaltens kann es zu Ausgrenzung und Mobbing kommen und den Betroffenen fällt es schwer Freundschaften zu schließen. Allerdings muss man hinzufügen, dass der Wunsch nach Teilhabe durchaus besteht, jedoch können die Betroffenen den Kontakt nicht gestalten.

Schwächen in der Kommunikation.
Beeinträchtigt ist vor allem das Verständnis und das Aussenden der non-verbale Kommunikation, über Gestik, Mimik, Blickkontakt und die Fähigkeit ein wechselseitiges Gespräch zu führen.
Die sprachliche Ausdrucksfähigkeit ist hingegen eher überdurchschnittlich vorhanden, die Kinder entwickeln früh einen hochstechenden Sprachstil, welcher der Kommunikation mit Gleichaltrigen allerdings nicht förderlich ist.

Motorische Unbeholfenheit.
Bei Betroffenen besteht eine Beeinträchtigung der grob- und feinmotorischen Fähigkeiten. Die Ausprägungen dieser Beeinträchtigungen reichen von einer schlechten Handschrift bis hin zu einer  eventuell teilweise ungewöhnlichen, unbeholfenen Gangart und Koordination.

Spezielle und eingegrenzte Interessen.
Betroffene zeigen oft ein ich-bezogenes, intensives Interesse für ein bestimmtes Thema, um welches ihre Gedanken ständig kreisen.

Konzentrations- und Lernprobleme.
Betroffene fallen dadurch auf, dass sie Probleme haben sich über einen längeren Zeitraum auf ein nicht-selbstgewähltes Thema, wie beispielsweise in der Schule, zu konzentrieren und ihre Aufmerksamkeit willentlich zu lenken. Selbst bei normaler bis hoher Intelligenz kann dies zu erheblichen Lernproblemen führen. Häufig wird dieses Lernverhalten mit ADS/ ADHS assoziiert. Diese Diagnose ist nicht zwangsläufig falsch, jedoch nicht endgültig, da diese nur ein Merkmal des Asperger-Syndroms erklärt. Beide Diagnosen schließen sich allerdings nicht gegenseitig aus.

Hinzuzufügen ist, dass der Asperger-Syndrom häufiger bei Männern als bei Frauen erkannt wird, da betroffene Frauen sich häufig ruhiger und sozial angepasster verhalten. Häufig werden bei Frauen bestimmte Symptome auch als Sozialphobie fehldiagnostiziert.

Eine Diagnose kann für Betroffene von großem Vorteil sein und kann zu einem besseren Selbstverständnis führen. Die Diagnose gibt Erklärungen für die eigene Wahrnehmung, kann damit Sorgen nehmen und kann die Entscheidungen im Hinblick auf soziale und karrierebezogene Lebensbereiche erleichtern.
Falls der Wunsch nach Aufklärung und einer ersten Selbsteinschätzung besteht gibt es die Möglichkeit eines Online-Test auf www.aspergia.de, welcher allerdings keinesfalls eine Diagnose darstellt. Für eine medizinische Diagnose verweisen wir auf die Spezialisten-Stelle in der Charité Campus Benjamin Franklin in Berlin (https://psychiatrie.charite.de/klinik/spezialambulanzen/autismus_sprechstunde/).


Literaturquelle: „Ein ganzes Leben mit dem Asperger-Syndrom, alle Fragen - alle Antworten“,
                          Tony Attwood

Iatrogene Medikamentenabhängigkeit — Was ist das eigentlich?

01.03.17

Allseits bekannt sind der Missbrauch von Medikamenten, welche früher oder später, je nach konsumierter Substanz, zur Abhängigkeit führen. Eher selten diskutiert wird hingegen das Phänomen der iatrogenen Medikamentenabhängigkeit, bei welcher zu Beginn der Abhängigkeit die ärztliche Verschreibung eines Medikaments aufgrund körperlicher oder psychischer Belastungen steht.

Medikamente mit Suchtpotential, welche von einem Arzt verschrieben werden können, umfassen Schmerzmittel (sogenannte Barbiturate), und Schlaf- bzw. Beruhigungsmittel (sogenannte Benzodiazepine).
Eine Abhängigkeit entsteht meist durch einen wiederholten, über einen längeren Zeitraum oder hoch dosierten Konsum.
Man unterscheidet zwischen körperlicher und psychischer Abhängigkeit.
Von körperlicher Abhängigkeit spricht man, wenn das Absetzen der Substanz zu körperlichen Entzugserscheinungen führt. Entzugserscheinungen können allerdings auch schon bei der Reduktion der Medikamentendosierung auftreten. Das Erscheinungsbild der Entzugserscheinungen ist abhängig von der konsumierten Substanz.
Bei einer psychischen Abhängigkeit ist hauptsächlich das übermäßige Verlangen eine bestimmte Substanz immer wieder zu konsumieren das kennzeichnende Merkmal. Dieses Phänomen wird „craving“ genannt.

Der Konsumwunsch, welcher häufig als innerer Zwang beschrieben wird, wird oft erst dann bewusst, wenn die betroffene Person versucht ihren Konsum zu kontrollieren.
Verminderte Kontrolle über den Substanzkonsum äußert sich darin, dass die Substanz häufiger, länger, und höher dosiert eingenommen wird als ursprünglich geplant, oder auch darin, dass Versuche den Konsum zu verringern oder zu beenden erfolglos bleiben. Beispielsweise kann eine Bezodiazepin-Abhängigkeit bereits bei täglicher Einnahme über einen Zeitraum von zwei Monaten entstehen.
Ein weiteres Merkmal für eine Abhängigkeit stellen Toleranzeffekte dar. Bei einer langfristigen Einnahme eines Medikaments entsteht eine gewisse Toleranz des Körpers für das bestimmte Medikament, welche wiederum die Wirkung abschwächt. Als Folge ist eine höhere Dosierung des Medikaments notwendig, um die gewohnte Wirkung zu erzielen.

Eine Sonderform der Abhängigkeit stellt die „Niedrig-Dosis-Abhängigkeit“ dar.
Auch hier kommt es zu einer Toleranzentwicklung, die aber nicht unbedingt mit einer Konsumsteigerung einhergeht. Trotz konstanter Einnahmenmenge, kann eine Abhängigkeit von der Substanz vorliegen. Diesen Patienten ist ihre Abhängigkeit oft nicht bewusst. Die auftretenden Entzugssymptome werden fälschlicherweise als ein Wiederauftreten der ursprünglichen Beschwerden interpretiert und der weitere Verordnungswunsch damit begründet.

Unter diesem Aspekt - das auch niedrige Dosierungen bereits zur Abhängigkeit führen können - sollten Sie stets gewissenhaft abwägen, ob eine Medikamenteneinnahme die einzige Möglichkeit zur Bewältigung ihrer Beschwerden darstellt, oder ob es Alternativen gibt. Vor allem bei psychischen Belastungen, beispielsweise bei Ängsten, gibt es immer die Möglichkeit einer Psychotherapie als Alternative zu einem Medikament.

Die Behandlung einer iatrogenen Medikamentenabhängigkeit beginnt mit einem Entzug, bestenfalls durchgeführt unter ärztlicher ambulanter Aufsicht oder dem stationären Aufenthalt in einer Klinik. Begleitet werden sollte der Entzug von einer Psychotherapie.
Adressen von Kliniken, Beratungsstellen mit geeigneten Angeboten sowie niedergelassenen ÄrztInnen und Psychotherapeuten/Innen erhält man zum Beispiel über die Deutsche Hauptstelle für Sucht e.V., die Krankenkassen oder auch über das Internet (www.arztauskunft.de oder www.psychotherapiesuche.de). Bei einem Bedarf nach einer Therapie, wenden Sie sich gerne auch an unsere Praxis.

Chronic Fatigue Syndrome (CFS) — Aufklärung über das Chronische Erschöpfungssyndrom

15.02.17

Schwere und dauerhafte Erschöpfung ist eines der Hauptmerkmale einer Depression, ebenso aber auch das Leitsymptom des Chronic Fatigue Syndroms.
Diese Gemeinsamkeit der beiden Erkrankungen führt zu häufigen Fehldiagnosen von Depression bei Patienten, die tatsächlich unter dem chronischen Erschöpfungssyndrom leiden.
Die Behandlungsmaßnahmen, welche aufgrund einer angenommenen Depression verordnet werden, haben bei den Patienten keinen Erfolg oder verschlimmern unter Umständen sogar die Symptome.
Das ist hauptsächlich der Tatsache geschuldet, dass es sich bei einer Depression um eine psychische Erkrankung handelt, das CFS allerdings eine physische Erkrankung, nämlich eine Krankheit des zentralen Nervensystems ist.

Das Chronic Fatigue Syndrom, auch unter der Bezeichnung ME (Myalgische Enzephalomyelitis) bekannt, zählt laut des ICD-10, eine verbindliche internationale Klassifizierung von Krankheiten, zu den schweren organischen Erkrankungen.
Neben dem Leitsymptom der geistigen und körperlichen Erschöpfung, welche mindestens über einen Zeitraum von sechs Monaten anhält, leiden die Betroffenen zusätzlich unter Symptomen wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, ständigen Infekten, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen, Schwindel und Übelkeit.
Als Auslöser für die Krankheit werden verschiedene Erreger und Immundefekte vermutet, eine eindeutige medizinische Ursache für die Erkrankung ist jedoch noch nicht gefunden.
Allerdings erkrankten viele CFS-Patienten vor ihrer Diagnose an dem Pfeifferschen Drüsenfieber, was zu dem Schluss geführt hat, das eine falsche oder unzureichende Behandlung des Pfeifferschen Drüsenfiebers eine Ursache für das CFS darstellt.

Aktuell ist die Aufklärung über das CFS noch in ihren Anfängen, da wie bereits erläutert, viele Fehldiagnosen gestellt werden und viele Ärzte sich nicht mit diesem Krankheitsbild des CFS auskennen. Zudem gibt es zum aktuellen Zeitpunkt keine zugelassene Therapie, daher ist bislang nur eine Behandlung der Symptome des CFS möglich.
Das macht es für Betroffene sehr schwer mit ihrer Krankheit umzugehen und auch Akzeptanz und Hilfe von ihrem Umfeld zu erlangen. CFS bedeutet für die Betroffenen meist das abrupte Ende oder eine lange Unterbrechung ihrer Aktivität sowohl im Beruf als auch im Privatleben. Oft leiden die sozialen Kontakte der Betroffenen unter den Auswirkungen des CFS. Einige haben Glück und werden von der Familie aufgefangen, andere müssen sich allein ihrer Situation stellen. Ihre Situation ist dramatisch, da die sozialstaatlichen Versorgungsträger auch oft die Krankheit nicht anerkennen und sie somit enorme Schwierigkeiten haben, irgendeine Form der Unterstützung zu bekommen.

Deswegen ist es sehr wichtig die Öffentlichkeit über das Krankheitsbild des CFS zu informieren. Dabei helfen Organisationen wie Fatigatio e.V., welche die Erforschung des CFS in Deutschland vorantreibt und welche eine kompetente Anlaufstelle für Information rund um das CFS ist.
Für eine Diagnose werden geeignete Kliniken empfohlen, wie die Spezialistenstelle für das CFS/ME in der Immunambulanz der Berliner Charité unter Leitung von Frau Prof. Carmen Scheibenbogen. Weitere kompetente CFS-Diagnostik Stellen in Deutschland und telefonische Beratung erhalten Sie ebenfalls bei Fatigatio e.V. (www.fatigatio.de/beratung-service).

Literaturtipp: „Das Leben annehmen“ — So hilft die Akzeptanz - und Commitmenttherapie (ACT) von Matthias Wengenroth

01.02.17

Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie vertritt die gleichen Grundsätze wie die Verhaltenstherapie – nämlich dass psychische Probleme auf ungünstigen oder fehlenden Lernprozessen beruhen. Daraus resultiert, dass störende Verhaltensweisen auch wieder verlernt werden können und dafür erwünschte Verhaltensweisen neu erlernt werden können.
Ein Hauptmerkmal verhaltenstherapeutischer Verfahren ist, dass die Hilfe zur Selbsthilfe für den Patienten im Mittelpunkt steht. Nach der Reflexion der Ursachen von Problemen, werden dem Patienten konkrete Methoden nahegebracht, mit deren Hilfe er selbst in der Lage ist, seine Probleme zu überwinden.

Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie baut grundsätzlich auf folgenden Methoden auf:

Die Wahrnehmung der Gegenwart.
Dass die Gedanken abschweifen und man im Alltag oft über Ereignisse aus der Vergangenheit oder Zukunft grübelt, kennt wahrscheinlich so gut wie jeder. Mit dem Erlernen von Achtsamkeit, wird das eigene Erleben ins Hier und Jetzt zurückgeholt und eröffnet so die Möglichkeit aus dem Augenblick zu lernen.

Die Akzeptanz der Gedanken.
Natürlich geht es auch um das Erlernen von Akzeptanz. Im Kontext der ACT bedeutet das, Situationen, Gefühle und Gedanken zu akzeptieren, welche nicht zu ändern sind und keine weitere Energie an diese zu verschwenden.

Die Überwindung des Kategorien-Denkens.
Wir alle haben ein bestimmtes Bild von uns selbst, was auch bedeutet, dass wir uns selbst in Kategorien stecken. Diese Einschätzung geschieht automatisch, kann jedoch auch zu einem Nachteil werden, wenn sie uns davon abhält uns auszuprobieren und offen zu sein. Mit Hilfe der ACT wird versucht dieses Gefängnis des Kategorien-Denkens aufzubrechen.

Die Trennung von Gedanken und Handeln.
Unsere eigenen Gedanken können uns oft daran hindern, genau das zu erreichen, was wir eigentlich wollen. Vor allem negative Gedanken hemmen unser Verhalten. ACT unterstützt die aktive Trennung von Gedanken und Handeln, sodass problematische Gedanken weniger Macht über unser Verhalten haben.

Das Bestimmen von Werten.
Bei der ACT steht außerdem die Suche und die Festlegung auf die eigenen Werte im Mittelpunkt. Wenn wir unsere Werte konstant vertreten, geben sie unserem Handeln eine Richtung.

Ein Commitment eingehen.
Wenn man sich dafür entscheidet, diese Methoden anzunehmen und sie zur Überwindung seiner Probleme anzuwenden, ist der letzte Lernerfolg der ACT erfüllt, nämlich wieder ein Commitment einzugehen. Das bedeutet, ich nehme meine Entscheidungen ernst und sie sind für mich von großer Wichtigkeit.

Diese Methoden der Akzeptanz- und Commitmenttherapie werden auch in unserer Praxis angewandt und zielen darauf ab, dem Patienten wieder ein selbstbestimmtes Handeln zu ermöglichen und ein Leben nach seinen eigenen Wertvorstellungen zu führen.

Literaturtipp : „Die Wunderübung“ von Daniel Glattauer

15.02.2016

Valentin und Joana sind an einem scheinbaren Tiefpunkt angelangt, die Kommunikation des Paares ist von Kampf geprägt, so kommen sie jedenfalls zum Paartherapeuten an. Dieser ist anfangs noch zuversichtlich, mit der Zeit jedoch scheint er den Mut zu verlieren, da jede Übung, die er dem „Kampfpaar“ vorschlägt, zum Scheitern verurteilt ist. Doch nach einer kleinen Pause scheint sich das Blatt zu wenden….

Daniel Glattauer, Autor der beiden Bestseller „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“ hat mit der „Wunderübung“ eine erfrischende Komödie geschrieben, welche auf beschwingliche Weise einen „Härtefall“ der Paartherapie beschreibt.

Daniel Glattauer, „Die Wunderübung“, erschienen beim Deuticke Verlag 2014

Schulphobie- was tun?

21.01.2016

Ängste stellen mit einer Prävalenz von 10% die häufigsten psychischen Störungen dar im Kindes- und Jugendalter. Die Übergänge zwischen einer normalen Angst und einer Phobie können dabei fließend sein. 

Die Ursachen für Schulphobie können unterschiedlich sein: Man muss hierbei unterscheiden zwischen Angst vor der Schule und Phobie. Angst vor der Schule kann entstehen, wenn die Schüler dort beispielsweise Mobbing in Form von verbaler oder körperlicher Gewalt ausgesetzt sind. Hier ist es wichtig,  dass die Betroffenen mit den Eltern und Lehrern sowie Vertrauenslehrern sprechen, damit gemeinsam Maßnahmen  gegen die Gewalt eingeleitet werden können. 

Eine Phobie hingegen muss keine objektiven Auslöser haben. Es können Kinder eine Schulphobie entwickeln, die noch keine negative Erfahrung in der Schule gemacht haben. In der Regel sind dies jüngere Kinder im Grundschulalter.  Hinter einer solchen Phobie steckt häufig eine Trennungsangst, die noch nicht bewältigt wurde. Solche Kinder leben oft in Familien, in denen Konflikte vermieden werden und somit das Kind nicht in der Lage ist, normale Autonomiebestrebungen befriedigend zu erleben. 

In diesem Falle hilft eine psychotherapeutische Behandlung.  Aber Achtung - folgende Punkte sollten dabei nach Hopf berücksichtigt werden :

- Das Kind sollte bereits vor Beginn der Therapie wieder zur Schule geschickt werden, damit es sich mit der Situation konfrontieren kann. Dabei kann es zu großen Problemen in Form von Widerstand kommen, nichtsdestotrotz müssen Eltern an dieser Stelle absolut konsequent bleiben. 

- Und das ist auch schon der nächste wichtige Punkt : Beide Eltern müssen dem Kind vermitteln, dass es keinen anderen Weg gibt, als dass es zur Schule geht. 

- Wichtig ist auch, dass Väter sich an dem Projekt beteiligen und das Kind morgens zur Schule hinbringen.  

- Möglich ist auch eine gestufte Konfrontation, welche mit den Lehrern abgesprochen werden sollte, z. B. dass das Kind zunächst nur für einige Stunden hingeht, später wird der Zeitraum des Schulbesuchs verlängert.  

Eine weitere Ursache für Schulvermeidung kann auch Über- oder Unterforderung sein. Hier ist es dann wichtig abzuklären, ob das Kind oder der / die Jugendliche auf einer seinem oder ihrem Leistungsniveau passenden Schule ist. Wenn eine Über- oder Unterforderung vorliegt, dann sollte ein Schulwechsel erwogen werden.

Literaturquelle: Psychotherapeutenjournal Januar, Heft 1, Hans Hopf , „Wenn die Schule zum gefährlichen Ort wird“, Seite 17- 19.

 

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